Vorteil Erdwärmeheizung: Darum lohnt sie sich

Das Heizen mit Erdwärme steckt voller Chancen. Daher sollten Hausbauer und Modernisierer eine Erdwärmeheizung in Betracht ziehen, um für die richtigen Temperaturen im Eigenheim zu sorgen. Unser Experte Alexander Sudermann ist Produktmanager bei STIEBEL ELTRON und erklärt in diesem Expertenbeitrag, was eine Erdwärmepumpe ausmacht und warum sie sich lohnt.

Um sich für etwas begeistern zu können, muss man es verstehen. Das gilt ganz besonders für technische Dinge, die für die meisten Menschen ein Buch mit sieben Siegeln sind. Hinter Wärmepumpen steckt viel Technik – aber wer einmal weiß, was die bewirkt, wird staunen. Sehen wir uns dazu einmal die Erdwärmeheizung genauer an, also wie sie funktioniert und was dieses Gerät ausmacht.

Eine Erdwärmeheizung überzeugt unter anderem durch Effizienz und zuverlässigen Betrieb.

Zuverlässigkeit auch im eiskalten Winter

Ein anderer Name für die Erdwärmeheizung ist Sole-Wasser-Wärmepumpe – wobei ersterer Ausdruck zunächst einen viel besseren Hinweis darauf gibt, was dieses Heizsystem als Energie nutzt: es ist Erdwärme. Diese eignet sich besonders gut als Wärmelieferant, denn das Erdreich speichert viel thermische Energie ab. In einer Tiefe von unter einem Meter liegen die Temperaturschwankungen noch zwischen 2 und 18 Grad. Aber je tiefer, desto konstanter ist die vorherrschende Temperatur.

Daraus ergibt sich, dass die Funktionsfähigkeit einer Erdwärmeheizung durch die Jahreszeiten und schwankende Temperaturen an der Oberfläche geringer beeinträchtigt wird. Nun muss diese Wärme aber irgendwie aus dem Erdboden gewonnen werden, um sie für das Heizen von Räumen nutzen zu können. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten: Erdsonden und Erdkollektoren.

Bohrung für Erdsonden – hieran gilt es zu denken

Für Erdsonden muss der Platz auf dem Grundstück nicht sonderlich groß sein, denn sie werden vertikal in einer Tiefe von 30 bis 100 Metern ins Erdreich eingebracht. Dazu sind professionelle Bohrungen nötig und für die bedarf es einer Genehmigung. Wichtig ist, dass durch die Bohrarbeiten für die Installation einer Erdwärmeheizung das Grundwasser nicht gefährdet ist. Deshalb muss der geplante Standort zur Verwendung von Geothermie einwandfrei sein, um somit den Vorgaben des Wasserhaushaltsgesetzes zu genügen.

Bei größeren Anlagen, für die viele Erdwärmesondenlöcher gebohrt werden müssen, führt man vor der Erstellung eines solchen Sondenfeldes einen so genannten Thermal Response Test durch. Er liefert Daten über den Untergrund, beispielsweise über wie die Wärmeleitfähigkeit des Bodens. Dadurch kann ein Geothermieplaner berechnen, wie viele Versenkungen mit welcher Tiefe benötigt werden. In der Folge können Bohrmeter und damit Kosten gespart sowie sichergestellt werden, dass sich die einzelnen Sondenbohrungen in ihrer Leistung beeinträchtigen.

Erdwärmeheizung: Grundstücksfläche nimmt Einfluss

Die andere Option für den Betrieb einer Erdwärmeheizung sind Erdkollektoren, die horizontal und schlangenförmig verlegt werden. Sie benötigen zwar mehr Platz, dafür sind aber keine Bohrungen, sondern lediglich Erdarbeiten notwendig. Sie erreichen eine Tiefe von 1,2 bis 1,5 Meter. Meist ist die Grundstücksgröße der entscheidende Punkt, wenn Hausbesitzer sich entscheiden müssen.

Effizient beim Heizen – die Erdwärmepumpe

Aber egal, ob Sonden oder Kollektoren, in beiden Fällen handelt es sich um Kunststoffrohre, die unter der Erde verlegt werden. Die Erdwärmeheizung basiert auf einem Kreislauf, in dem die Sole ein wichtiger Bestandteil ist. Dieses Gemisch aus Wasser und einem Frostschutzmittel fließt durch die Rohre und übernimmt die Aufgabe, die ganzjährig konstante Temperatur des Erdbodens aufzunehmen.

Die Sole gelangt zum Verdampfer, in dem die Wärme an das Kältemittel übertragen wird. Es verdampft bereits bei niedrigen Temperaturen. Dieser Kältemitteldampf wird zum strombetriebenen Verdichter geleitet. An dieser Stelle erhöhen sich der Druck und gleichzeitig das Temperaturniveau. Ein Wärmeübertrager hilft nun noch dabei, dass der Kältemitteldampf seine Wärme an den Heizkreislauf abgeben kann. Das erkaltete Kältemittel beginnt seinen Weg von neuem.

Bei einem Neubau muss die Erdwärmeheizung weniger Arbeit verrichten als in einer sanierten Immobilie.

Neubau oder Sanierung – Unterschiede mit Blick auf die Wärmepumpe

Bei Geräten, wie beispielsweise eine Erdwärmeheizung, die in einem neu gebauten Haus installiert werden, muss die Leistung nicht so hoch sein, wie bei Geräten für modernisierte Gebäude. Das liegt daran, dass Neubauten häufig mit Fußbodenheizung ausgestattet werden. Für das Wasser, das hier durchströmt, reicht eine eher geringe Temperatur. Außerdem ist die Wärmedämmung bei Neubauten meist besser und das verringert den Wärmeverlust, was ein Vorteil sein kann. Ein modernisiertes Haus benötigt zumeist also eine etwas leistungsstärkere Wärmepumpe.

Gerade auf lange Sicht lassen sich mit einer Erdwärmeheizung Heizkosten einsparen.

Was kostet eine Sole-Wasser-Wärmepumpe?

Nehmen wir als Beispiel ein im Bau befindliches Einfamilienhaus, das mit Erdwärmepumpen ausgestattet werden soll. Die Preise für die Geräte sind je nach Ausführung unterschiedlich. Eine Erdwärmeheizung kann zum Beispiel circa 9.000 Euro kosten. Zur Heizung kommen Bohrkosten von etwa 1000 Euro pro Kilowatt. Durch diese Quellenerschließung ist die Erstinvestition etwas höher als beispielsweise bei einer Luft-Wasser-Wärmepumpe. Allerdings kann die Wärmequelle auch über die Lebensdauer der Wärmepumpenheizung hinweg genutzt werden.

Dazu kommen die einmaligen Kosten für die Installation der Erdwärmeheizung. Allerdings gibt es vom Bundesministerium für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) eine Förderung für die Anschaffung einer Wärmepumpenheizung. Bei der Nutzung von Geothermie sind Zuschüsse von mindestens 4.000 Euro vorgesehen. Die Fördersumme kann aber noch viel höher ausfallen. Unser Fördermittelrechner gibt Aufschluss darüber, was im individuellen Fall möglich ist.

Ein Plädoyer für die Erdwärmepumpe

Abschließend bleibt festzuhalten, dass die Nutzung einer Erdwärmeheizung zahlreiche Vorteile bietet. Wer sie hat, nutzt kostenfreie Wärmeenergie und greift noch dazu auf eine viel umweltfreundlichere Heizmethode zurück als jemand, der mit Öl oder Gas heizt. Da verhältnismäßig wenig Strom nötig ist, um eine beachtliche Menge Wärme zu erzeugen, sparen Besitzer vor allem im laufenden Betrieb eine Menge Geld und bleiben unabhängig von schwankenden Rohstoffpreisen.

In Sachen Kosten ist auch die hohe staatliche Förderung ein Aspekt, der für die Anschaffung einer Sole-Wasser-Wärmepumpe spricht. Dank der relativ konstanten Temperatur im Erdboden – auch im Winter – ist ein zuverlässiges und effizientes Arbeiten des Geräts gewährleistet. Noch dazu lässt sich eine Erdwärmeheizung im Sommer zur passiven Kühlung nutzen. So schafft man sich mit nur einem Gerät das ganze Jahr über eine angenehme Raumtemperatur.