Was ist eine Grundwasserwärmepumpe? Wir erklären es.

Die Grundwasserwärmepumpe wird häufig zum Nischenprodukt erklärt – zu Unrecht. Wer mit den Bohrungen für das fortschrittliche Gerät, das Grundwasser als Wärmequelle verwendet, profitiert auf lange Sicht von vielen Vorteilen. Effizienz, Kostenersparnis und hohe Betriebssicherheit sind nur einige davon.

Wer Wärme will, muss etwas verbrennen. Das klingt zunächst logisch, doch diese Annahme lässt außer Acht, dass Wärme bereits in unserer Umgebung steckt und dass diese mit ein wenig ausgefeilter Technik für das eigene Zuhause nutzbar gemacht werden kann. Eine Grundwasserwärmepumpe ist ein prima Beispiel dafür, denn wie der Name schon sagt, lässt sich mit ihr das Grundwasser als Wärmequelle nutzen.

Konventionelle Heizsysteme benötigen Öl, Gas oder Pellets, um in Gebäuden für Wärme und Warmwasser zu sorgen. Hierbei werden die Rohstoffe verbrannt, damit die benötigte Wärme entsteht. Dabei lässt sich alternativ mit einer Wärmepumpe auch Wärme aus der Luft, dem Erdreich oder eben aus dem Grundwasser nutzen. Das macht zuallererst einmal unabhängig von Preisschwankungen bei den fossilen Brennstoffen.

Wer sich für eine Grundwasserwärmepumpe entscheidet, hat lange etwas davon.

Zwei Brunnen, eine Wärmepumpe – so funktioniert das Heizsystem

Das Grundwasser hat in der Regel eine Temperatur von etwa 8 bis 12 Grad. Das reicht zum Heizen von Wohnräumen oder für warmes Wasser allein nicht aus. Eine Grundwasserwärmepumpe sorgt nun dafür, dass das Grundwasser verwendet werden kann. Innerhalb des Geräts kommt ein Verdichter zum Einsatz, und der bringt das Wasser unter Druck auf ein höheres Temperaturniveau von etwa 40 bis 60 Grad – genau richtig zum Heizen oder für die Warmwasserbereitung.

Um eine Grundwasserwärmepumpe installieren zu können, sind allerdings vorab ein paar Dinge zu berücksichtigen. Es müssen nämlich zwei verschiedene Brunnen angelegt werden, damit man an das Grundwasser herankommt: der Saug- und der Sickerbrunnen. Dazu sind Bohrungen nötig, die in der Regel zwischen 5 und 20 Meter tief reichen. Die genaue Tiefe ist vom jeweiligen Grundwasserspiegel abhängig. Auch die Wasserqualität muss überprüft werden.

Die Bedingungen für eine Grundwasserwärmepumpe

Um diese Bohrungen vornehmen zu dürfen, müssen Hausbesitzer eine wasserrechtliche Genehmigung einholen. Nicht selten sind mit der Genehmigung Pumpversuche verbunden. Damit wird sichergestellt, dass die Qualität des Grundwassers für die Aufbereitung stimmt. Es kann auch hilfreich sein, sich einmal bei den Nachbarn zu informieren, ob jemand von ihnen bereits eine Grundwasserwärmepumpe installiert hat. Dann stehen die Chancen auch für das eigene Grundstück gut.

Darum sind zwei Brunnen für die Wasser-Wasser-Wärmepumpe wichtig

Wer die wasserrechtliche Genehmigung hat, muss nun zwei Bohrungen auf seinem Grundstück vornehmen lassen, um die Brunnen zu installieren. Der Saugbrunnen, der auch Zapf- oder Förderbrunnen genannt wird, entnimmt das Wasser aus der Erde; der Sickerbrunnen, auch als Schluckbrunnen bezeichnet, führt das Wasser hingegen zurück. Die beiden Brunnen stellen auf diese Weise den stetigen Grundwasser-Kreislauf der Wärmepumpe sicher.

Grundsätzlich ist es so, dass der Sickerbrunnen einer Grundwasserwärmepumpe in Fließrichtung des Grundwassers und zudem hinter dem Saugbrunnen liegt. Wichtig ist übrigens, dass die beiden Brunnen nicht zu nah beieinanderliegen. Der Grund dafür ist, dass sich das wärmere Vorlauf- und das kältere Rücklaufwasser nicht vermischen sollen. Mit ausreichendem Abstand kann das besser gewährleistet werden.

Die Grundwasserwärmepumpe ist im Zusammenspiel mit guten Heizkörpern sehr effizient.

Einmal installieren – lange die Vorzüge genießen

Sind die Brunnen gebohrt und ist die Grundwasserwärmepumpe installiert, kann man sich zurücklehnen und sein neues Heizsystem genießen. Denn von der Wärmepumpe – ganz gleich um welchen Typ es sich handelt – kann man nur profitieren. Im Zusammenspiel mit guten Heizkörpern und einer adäquaten Dämmung des Hauses ergibt sich eine außerordentliche Energieeffizienz.

Bei beachtlicher Betriebssicherheit kann die Grundwasserwärmepumpe bei hoher Leistungszahl ganzjährig für eine überaus konstante Temperatur sorgen. Dazu kommt die Tatsache, dass ein solches Gerät im Betrieb sehr leise ist und mit seiner Langlebigkeit punktet. Wenn sich die Installation einer Wasser-Wasser-Wärmepumpe also anbietet, sollte man diese umweltschonende Variante nutzen, um sich mit Heizwärme und Warmwasser zu versorgen.