Klimaschutzsiedlung in Greven für europäischen Wärmepumpen-Preis nominiert

Online-Abstimmung läuft

Die Klimaschutzsiedlung „Wohnen am Ballenlager“ in Greven wurde jetzt für den europäischen Wärmepumpenpreis „European Heat Pump City of The Year Award“ nominiert. Im Zentrum des energetischen Konzeptes stehen drei Großwärmepumpen von Stiebel Eltron, die unter anderem mit Strom von der PV-Anlage versorgt werden.

Toller Erfolg für das Projekt „Wohnen am Ballenlager“ im münsterländischen Greven: Das Gebäudeensemble mit 58 Mietwohnungen in vier Mehrfamilienhäusern wurde für den „Heat Pump City of the Year Award“ 2015 nominiert. Der europäische Wärmepumpenverband EHPA (European Heat Pump Association) vergibt den Award seit 2011 jährlich an besonders gelungene Bauvorhaben mit Wärmepumpen-Technik in Europa. In Greven sorgen drei Großwärmepumpen von Stiebel Eltron, die ihre Energie aus dem Erdreich beziehen, für Heizung und Warmwasser. Dabei besticht hier insbesondere das Zusammenspiel der Heizungsanlage mit der Photovoltaik-Anlage. Das Projekt ist dank seines hohen energetischen Standards auch offizielle ‚Klimaschutzsiedlung‘ des Landes Nordrhein-Westfalen.

Online abstimmen

Der letztendliche Sieger des Wettbewerbes wird nun in einem Mischverfahren ermittelt, bei dem ein Online-Voting in die Entscheidungsfindung einfließt. Bis zum 18. Mai kann abgestimmt werden auf der Website der EHPA (Link: http://www.ehpa.org/projects/heat-pump-city-of-the-year/meet-the-candidates/). Neben Greven sind Projekte aus Belgien, Norwegen, Schweden, Finnland, Spanien und Holland nominiert.

Die Klimaschutzsiedlung „Wohnen am Ballenlager“ in Greven

Dank neuester Technologien und einer modernen Bauweise ist die Siedlung im Neubaugebiet ‚Östliche Emsterrassen‘ nicht nur besonders klimaschonend, sondern beschert den Mietern auch niedrige Nebenkosten. Im Zentrum des energetischen Konzeptes stehen drei große Erdreich-Wärmepumpen von Stiebel Eltron (2 x WPF 52, 1 x WPF 27 HT), die Energie aus einem Erdsondenfeld unter der Tiefgarage mit 37 Bohrlöchern mit jeweils etwa 100 Meter Tiefe gewinnen. Die Bohrungen wurden von der Firma Geowell ausgeführt. Die Heizlast des Objektes beträgt rund 125 Kilowatt.

Der Clou ist die eigens für dieses Objekt entwickelte Regelungstechnik für das perfekte Zusammenspiel von PV-Anlage und Wärmepumpen, so dass für die Heizung und Warmwasserbereitung direkt der eigene Sonnenstrom genutzt werden kann. Insgesamt wurden 552 Stiebel-Eltron-PV-Module „Tegreon 250“ installiert, die eine Gesamtleistung von 135,25 Kilowattpeak besitzen.

Eine weitere Besonderheit der Anlagenkonfiguration:  Zusätzlich zu den zwei Warmwasserspeichern mit je 1.000 Liter Inhalt und zwei Heizungs-Pufferspeichern SBP mit ebenfalls je 1.000 Liter Inhalt für die Anbindung des Heizverteilsystems sind weitere zwei Pufferspeicher mit noch einmal je 1.500 Liter Inhalt integriert worden. Sie werden von den Wärmepumpen dann beladen, wenn viel Sonnenstrom vorhanden ist. Dadurch wird möglichst viel selbsterzeugter Strom von der Wärmepumpenanlage genutzt. Aus einer Kilowattstunde Strom generiert das Heizsystem mehr als vier Kilowattstunden Wärme, die in den Speichern bevorratet und dann zeitversetzt an die Gebäude abgegeben werden kann. Im Vergleich zu einem Gebäude mit konventioneller Heiztechnik werden pro Jahr voraussichtlich 74 Tonnen klimaschädliches CO2 eingespart.

Perfekt in das energetische Konzept passt die kontrollierte Wohnungslüftung mit Wärmerückgewinnung. In jeder Einheit verrichtet eine LWZ 70 von Stiebel Eltron ihren Dienst. Sie  versorgt Wohnungen mit einer Größe von bis zu 100 Quadratmetern optimal mit frischer Luft. Dank des effizienten Kreuzgegenstrom-Wärmeübertragers können bis zu 90 Prozent der in der Abluft enthaltenen Wärmeenergie zurückgewonnen und auf die frische Zuluft übertragen werden.