Gebäudeenergiegesetz (GEG) – die Ausgangslage

Die Europäische Vorgaben zur „Gesamteffizienz von Gebäuden“ und zur Nutzung von erneuerbaren Energien im Wärmebereich verpflichten die Mitgliedstaaten der Europäischen Union, Maßnahmen zur Energie- und Co2-Einsparung umzusetzen. Die EU-Gebäuderichtlinie fordert, dass die Mitgliedsstaaten ab 2050 nur noch Niedrigst- oder Null-Energie-Neubauten erlauben.

Was heißt das für Architekten, Bauherren und Planer in Deutschland?

Mit dem Gebäudeenergiegesetzt (GEG) werden in Deutschland die europäischen Vorgaben heute schon umgesetzt. Es gilt seit dem 1. November 2020 und setzt den Rahmen für die Energieeffizienz von Gebäuden sowie die Nutzung Erneuerbarer Energien. Das Energieeinsparungsgesetz (EnEG), die Energieeinsparverordnung (EnEV) sowie das Erneuerbare-Energien Wärmegesetz (EEWärmeG) werden mit diesem Gesetz zusammengeführt und abgelöst.

Was regelt das Gebäudeenergiegesetz?

  • Einsatz von erneuerbaren Energien im Neubau
  • Energieausweise für Gebäude (Bestand und Neubau)
  • Energetische Mindestanforderungen für Neubauten
  • Energetische Mindestanforderungen für Modernisierung, Umbau, Ausbau und Erweiterung bestehender Gebäude
  • Mindestanforderungen für Heizungs-, Kühl- und Raumlufttechnik sowie Warmwasserversorgung
  • Energetische Inspektion von Klimaanlagen
  • Ordnungswidrigkeiten

Für wen gilt das GEG?

Für Bauherren von Neubauten: Die Gebäudeenergiegesetzt (GEG) regelt den Einsatz von erneuerbaren Energien und den Effizienzstandard für neu errichtete Wohngebäude, also für alle Einfamilienhäuser, Zweifamilienhäuser und Mehrfamilienhäuser. Ebenso gilt das neue GEG für Büro- und Gewerbebauten, Geschäfte, Schulen und andere öffentliche oder kommunale Gebäude.

Für Käufer, Mieter und Sanierer von Altbauten: Am jeweils gültigen GEG-Standard für Neubauten muss sich auch die energetische Qualität eines Bestandsgebäudes messen lassen. So koppelt die KfW die Vergabe ihrer attraktiven Bau- und Sanierungskredite an den Nachweis eines bestimmten Effizienzstandards. Ein „KfW-70-Haus“ erfordert beispielsweise den Nachweis, dass der Primärenergiebedarf gegenüber GEG-Standard um 30 Prozent unterschritten wird.

Das müssen Sie für die Übergangszeit wissen: GEG 2020 oder EnEV und EEWärmeG, was gilt für laufende Bauprojekte?

Wenn ein Bauvorhaben bereits genehmigt ist, ändert sich nichts für seine Planung und Ausführung. Maßgeblich ist das Datum, an dem der Bauherr den Bauantrag eingereicht, die Anzeige erstattet oder bei nicht genehmigungs- und anzeigenpflichtigen Bauprojekten, mit der Ausführung begonnen hat. Diejenigen Energiesparregeln, die an diesem Tag in Kraft waren, gelten weiterhin für das Bauprojekt. Für Bauanträge, die ab dem 1. November 2020 eingereicht werden, gelten dann die Richtlinien des neuen Gebäudeenergiegesetz GEG 2020. Gut zu wissen: Mit Lösungen von STIEBEL ELTRON werden Sie den Anforderungen des GEG gerecht.

 

Lösungen für das Einfamilienhaus

Die Wärmepumpentechnologie gibt Ihnen eine Option für die Zukunft, die weit über das GEG-Niveau hinausgehen. Ohne zusätzliche Dämmmaßnahmen der Gebäudehülle – genutzt wird der Standard aus dem GEG-Referenzgebäude – erfüllt ein Gebäude mit einer invertergeregelten Luft-Wasser-Wärmepumpe die Vorgaben des neuen GEG problemlos.

Lösungen für das Mehrfamilienhaus

STIEBEL ELTRON bietet für Mehrfamilienhäuser Lösungen, die die Anforderungen des GEG erfüllen. Aufgrund Ihrer hohen Anlageneffizienz unter Ausnutzung der Umgebungswärme (Boden, Wasser, Luft) erreichen unsere Wärmepumpen die höchsten Stufen in der neuen Effizienzklassifizierung des Gebäudeenergiegesetzes.

Gebäudeenergiegesetz (GEG): Anforderungen für Bestandsgebäude und Neubauten

Durften bisher öl- und gasbefeuerte Kessel, die vor Oktober 1985 eingebaut wurden, nicht mehr betrieben werden, gilt dies seit dem 1. November 2020 auch für solche mit Einbaudatum vor 1991. Generell besteht nun auch für neuere Gas- und Ölkessel eine Pflicht zur Außerbetriebnahme nach 30 Jahren Betriebszeit.

Grundsätzlich entsprechen die Vorgaben im GEG den bisherigen, unter anderem ist die Einbindung erneuerbarer Energien vorgeschrieben. Neu hingegen ist, dass diese Vorgabe durch Nutzung von gebäudenah erzeugtem Strom erfüllt werden kann. Der Öko-Strom der PV-Anlage hat damit auch weiterhin Auswirkung auf den Jahresprimärenergiebedarf eines Gebäudes. Für Neubauten bleibt der maximal zulässige Primärenergiebedarf von neu gebauten Wohn- und Nichtwohngebäuden nahezu unverändert. Das gilt auch für die Primärenergiefaktoren - für Strom bleibt der Wert von 1,8 bestehen. 

Das GEG führt das bereits seit 2009 bestehende Referenzgebäudeverfahren fort. Zur Ermittlung der Anforderung des GEG an den maximalen Jahresprimärenergiebedarf ist das Ergebnis des Referenzgebäudes nach wie vor um 25% zu reduzieren. Die im Referenzgebäude definierte Anlagentechnik würde demnach nicht ausreichen, um diese Anforderungen zu erfüllen. Nach wie vor sind ergänzende Maßnahmen oder alternative Technologien gefragt. 

Das heißt konkret: Um GEG-konform zu bauen, müsste ohne Änderungen an der Anlagentechnik das Referenzgebäude zum Beispiel massiv besser gedämmt werden. Die dafür notwendige Investition ist vergleichsweise hoch, mit Hinblick auf die nicht erreichten KfW Förderstufen und den zukünftigen CO2-Preis, der sich im Betrieb auf die Heizkosten niederschlägt. Wer auf Wärmepumpen-Technologie setzt wird einfacher und schneller den Anforderungen des GEG gerecht.

Experten-Tipp: GEG-Anforderungen erfüllen - in der Sanierung und im Neubau

"Ohne Änderungen an der Referenz-Gebäudehülle erreicht man allein mit dem Einsatz einer Luft-Wasser-Wärmepumpe in Kombination mit einer Fußbodenheizung exzellente Ergebnisse. Die Anforderungen des GEG übererfüllt. Auch um höhere Anforderungen, wie z.B. den KfW 55 oder den KfW-40-Standard zu erreichen sind Wärmepumpen sehr gut geeignet. In Kombination mit einer zusätzliche Lüftung mit Wärmerückgewinnung können beide Standards erreicht werden."

Frank Röder, Leiter Planung

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Energieausweise: Was ändert sich für Mieter und Käufer?

Seit 2009 ist der Energieausweis in unterschiedlicher Form für alle Wohngebäude Pflicht. Gleichzeitig wurde für die Energieausweise eine Energieeffizienzklasse auf Basis einer Endenergiebetrachtung eingeführt.

Demnach erhalten Gebäude eine Effizienzklassifizierung anhand von Buchstaben (A+ bis H), wobei A+ die beste Effizienz bedeutet. Ausschlaggebend für die Einstufung ist dabei neben der Primärenergieangabe der errechnete Endenergiebedarf. Wenn Bauherren also heute ein Gebäude planen, sollten Sie mit Blick auf die neue Klassifizierung die Option auf eine bessere Bewertung und damit einen „werbewirksameren“ Buchstaben nicht leichtfertig verschenken.

Neben den Markierungen des Primär- und des Endenergiebedarfs auf der Farbverlaufsskala von grün bis rot („Bandtacho“), muss der Energieausweis für Gebäude auch die Energieeffizienzklasse des Gesamtgebäudes auf einer Skala von A+ bis H ausweisen. Dieses System wird bei Elektrogeräten wie Kühlschränken oder Waschmaschinen schon seit vielen Jahren angewendet, sodass Sie sich gut zurechtfinden können.

Verkäufer und Vermieter sind verpflichtet, den Energieausweis bereits bei der Besichtigung vorzulegen. Zudem müssen die Kennwerte auch in Immobilienanzeigen angegeben werden. Nach Vertragsabschluss muss der Energieausweis übergeben werden. Der Energieausweis enthält außerdem zukünftig Angaben zum CO2-Ausstoß des Gebäudes. Gut, wer einen Energieausweis mit Bestnoten und geringem CO2-Wert vorlegen kann – das entscheidende Verkaufsargument der Zukunft.

Nach Berechnungen des Bundesverband Wärmepumpe e.V. erreicht ein Standardgebäude mit Sole/Wasser-Wärmepumpe im Energieausweis die Bestnote A+ und mit Luft/Wasser-Wärmepumpe A. Das gleiche Haus mit fossil befeuertem Brennwertkessel und solarer Trinkwarmwassererwärmung erreicht im Energieausweis ein B, mit einer Pelletheizung hingegen nur D.

Entsprechende Vergleiche sind laut Bundesverband Wärmepumpe e.V. auch für Bestandsgebäude möglich: Auch hier können die höchsten Effizienzklassen des Energieausweises am einfachsten mit Wärmepumpenlösungen erreicht werden.

Service-Tipp

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