Nachhaltiges Eigenheim nach skandinavischem Vorbild

Erfahrungsbericht
Als Familie Hehlke um die Jahrtausendwende auf eine Wärmepumpe setzte, war das hierzulande noch die Ausnahme. Jetzt, ein Vierteljahrhundert später, wurde das Integralgerät LWZ von Stiebel Eltron gegen die neueste wpnext-Generation getauscht – leiser, effizienter und mit dem natürlichen Kältemittel R290. Ein Rückblick auf eine Entscheidung, die ihrer Zeit voraus war.
Vom Exoten zum Vorbild: 25 Jahre Wärmepumpe
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Skandinavisches Vorbild, mutige Entscheidung: Wie die Wärmepumpe ins Haus kam
Lediglich 20 Minuten Fahrtzeit durch den Spandauer Forst trennen Berlin-Spandau vom idyllischen Wohnort der Familie Hehlke. Das 140 Quadratmeter große Holzrahmenhaus im Schweden-Stil wurde 2001 errichtet – im damaligen Niedrigenergie-Standard mit KfW-40-Werten, die zu dieser Zeit alles andere als selbstverständlich waren. „Die Schweden waren beim energieeffizienten Bauen deutlich weiter als wir“, erinnert sich Hehlke. „Dreifach-Verglasung, ein Blower-Door-Test und kontrollierte Lüftung – das war dort schon zu Beginn der 2000er völlig normal.“
Statt für eine Gasheizung, wie zu der Zeit üblich, entschied sich die fünfköpfige Familie daher ganz bewusst für ein Integralgerät von Stiebel Eltron: die LWZ 303. Das kompakte System kombinierte Luft-Wasser-Wärmepumpe, kontrollierte Wohnungslüftung mit Wärmerückgewinnung und Warmwasserbereitung auf nur 1,9 Quadratmetern Stellfläche. „Wir wurden damals belächelt: ‚Eine elektrische Heizung?‘ hieß es“, erzählt Hehlke. „Aber wir wollten aus Nachhaltigkeitsaspekten einfach keine Gasheizung und haben bei unseren Urlauben in Schweden ja sehen können, dass die Wärmepumpe eine grundsolide Heizung ist.“
Die Investitionskosten waren zwar höher als beim Einbau einer einfachen fossilen Heizung ohne Lüftung. Doch Hehlke blieb überzeugt. Sein Vater, Elektromeister mit eigenem Betrieb, war in den Hausbau und die Planung involviert und kannte die Marke Stiebel Eltron aus seinem Arbeitsalltag. „Im Betrieb meines Vaters wurde seit Jahrzehnten auf die Produkte des Unternehmens aus Holzminden gesetzt: Durchlauferhitzer oder Kleinspeicher und damals auch noch Nachtspeicherheizungen“, berichtet Michael Hehlke, „Die LWZ hat mein Vater damals natürlich auch selbst elektrisch angeschlossen.“

Ein Gerät mit großer Wirkung: Warum der Austausch aus Weitsicht kam
Die Haustechnik ist durchdacht: Im Erdgeschoss sorgt eine Fußbodenheizung für Wärme, im Obergeschoss arbeiten Radiatoren. Ergänzt wird das System seit April 2025 durch eine 9,6-kW-Photovoltaikanlage mit 7-kW-Batteriespeicher. Die neue LWZ integriert sich nahtlos.
„Jeder, der in den Technikraum kommt, sagt erst: ‚Was für ein großes Gerät.‘ Und wenn ich erkläre, dass hier Lüftung, Heizung und Warmwasser in einem System stecken, relativiert sich das schnell“, sagt Hehlke.
Über ein Vierteljahrhundert versorgte die LWZ 303 das Haus zuverlässig mit Wärme, Warmwasser und frischer Luft. Kleinere Reparaturen seien nötig gewesen, mehr aber nicht, erinnert sich Hehlke. Technologisch hat sich in dieser Zeit jedoch viel getan, resümiert er: „Die LWZ 303 war deutlich lauter als der Nachfolger, der schon seit Anfang des Jahres seinen Dienst verrichtet. Sie hatte ja auch nur zwei Betriebszustände: ein oder aus. Dieses Takten war entsprechend laut hörbar. Das ist heute ein riesiger Unterschied.“
Anfang 2025 fiel die endgültige Entscheidung zum Heizungstausch bei Familie Hehlke – nicht aus Not, sondern aus Weitsicht. „Ich habe regelmäßig geschaut, was es Neues gibt. Und als die neue LWZ Premium angekündigt wurde, war klar: Wenn, dann die“, so Hehlke. Über die Fachpartnersuche auf der Stiebel Eltron-Website fand Hehlke schließlich den Betrieb SKT Anlagentechnik GmbH aus der Region. Geschäftsführer Jens Wichmann musste nicht lange überlegen, als er die Anfrage aus Schönwalde bekam: „Hier ist doch alles perfekt vorbereitet. Da muss wieder eine LWZ rein – im besten Fall die neue Generation wpnext.“

Neues Kältemittel, neue Technik: Der Entwicklungssprung der wpnext-Generation
Das neue Integralgerät der wpnext-Generation arbeitet mit dem natürlichen Kältemittel R290. Damit erfüllt die neue LWZ nicht nur bereits heute die Anforderungen der europäischen F-Gase-Regulierung, die den Einsatz fluorierter Kältemittel in den kommenden Jahren zunehmend einschränken wird - sie ist damit auch die erste echte Luft-Wasser-Heizungswärmepumpe mit diesem Kältemittel, die im Innenraum installiert wird. Das neue Gerät kombiniert weiterhin Heizen, Lüften, Kühlen und Warmwasserbereitung in einem System und ist deutlich leiser sowie effizienter als die erste Generation.
„Die wpnext-LWZ ist ein massiver Entwicklungssprung, was Technik und Design betrifft“, erklärt Marco Wenzel, Gebietsverkaufsleiter bei Stiebel Eltron. „Mit dem Wechsel auf das natürliche Kältemittel Propan mussten wir den gesamten Kältekreis neu denken. Gleichzeitig haben wir die Regelung, die Vernetzung und das gesamte Gerätekonzept auf den aktuellen Stand der Technik gebracht.“ Außerdem wurde das Design der gesamten wpnext-Produktgeneration erneuert – was dem Holzmindener Wärmepumpenhersteller bereits die Designpreise iF-Design-Award, Red-Dot-Award und German Design-Award eingebracht hat.
Zwischen den beiden Gerätegenerationen liegen tatsächlich Welten: Beispielsweise arbeitet die neue Variante der LWZ mit der modulierenden Invertertechnik, sprich: sie passt ihre Leistung stufenlos an den tatsächlichen Wärmebedarf an. Das reduziert Verdichterstarts, erhöht die Effizienz und sorgt für einen gleichmäßigeren Betrieb. „Die Anforderungen an Wärmepumpen haben sich in den vergangenen 25 Jahren massiv verändert“, so Wenzel. „Die neue LWZ zeigt sehr gut, wie weit sich die Technologie entwickelt hat und welche Möglichkeiten heute in einem Integralgerät stecken.“ Für Hehlke steht nach den ersten Monaten mit dem neuen Gerät fest: „Die Grundidee ist dieselbe geblieben. Aber bei Komfort, Effizienz und Bedienung ist das heute eine völlig andere Generation.“
„Der Austausch selbst verlief deutlich schneller als ich erwartet hatte: Morgens wurde die alte Anlage demontiert, mittags stand das neue Gerät an seinem Platz. Am nächsten Tag lief dann schon die Inbetriebnahme – trotz minus 12 Grad Außentemperatur“, berichtet Hehlke. „Das hat mich beeindruckt.“

Gas war gestern: Wie SKT Anlagentechnik mit Spezialisierung im Markt besteht
Für SKT Anlagentechnik-Geschäftsführer Jens Wichmann ist der Fall typisch für den Markt: „Gas spielt im Neubau und zunehmend auch im Bestand kaum noch eine Rolle. Wir haben im letzten Jahr zwei Gasheizungen installiert – das war’s.“ Dass der Austausch bei Familie Hehlke so reibungslos und in kurzer Zeit umgesetzt werden konnte, kommt dabei nicht von ungefähr. Der Heizungsbaumeister hat eine klare Strategie der Betriebsführung: „Unsere Teams sind auf Hersteller spezialisiert, sodass Handgriffe sitzen, Regelungen bekannt sind wie die eigene Westentasche und die Systeme gelernt sind. Da ist das Schulungsangebot der Hersteller natürlich Gold wert. Unser Stiebel Eltron-Team beispielsweise ist regelmäßig in Holzminden, um neueste Entwicklungssprünge direkt vor Ort kennenzulernen.“
Diese Spezialisierung ist für Fachbetriebe ein entscheidender Erfolgsfaktor in einem Markt, der zunehmend umkämpft ist. Während große, teils bundesweit agierende Anbieter in den Wärmepumpenmarkt drängen, setzt SKT bewusst auf Fachwissen, regionale Nähe und eingespielte Abläufe. Das Unternehmen beschäftigt heute 14 Mitarbeitende, darunter drei Auszubildende. Seit nunmehr 32 Jahren ist der Betrieb am Markt aktiv und hat sich nach und nach konsequent auf moderne Wärmepumpentechnik ausgerichtet. Dabei ist die enge Zusammenarbeit mit Herstellern wie Stiebel Eltron, regelmäßige Schulungen und die klare Spezialisierung auf Wärmepumpen nicht nur ein Qualitätsmerkmal für Kunden, sondern auch ein wichtiger Baustein, um ein gutes Arbeitsumfeld für Mitarbeiter zu schaffen – und damit auch junge Leute für den Beruf zu begeistern.
Vom Exoten zum Vorreiter
Was vor 25 Jahren skeptisch beäugt wurde, ist heute Standard: 2025 waren in Deutschland erstmals die Wärmepumpen die meistverkaufte Heizung. Damit hat sie den Schritt von der Nischentechnologie zum führenden Wärmeerzeuger endgültig geschafft. „Über die vergangenen Jahre stieg natürlich parallel zu den steigenden Preisen für fossile Energieträger auch das Interesse in unserem Freundes- und Bekanntenkreis, wie unsere Wärmepumpe denn läuft“, berichtet Hehlke.
Auch die staatliche Förderung betrachtet er pragmatisch. „Wenn jemand denkt, Förderung sei kompliziert, kann ich nur sagen: Quatsch. Man muss es einfach machen.“ Die Beantragung sei mit etwas Vorbereitung gut machbar und die finanzielle Unterstützung ein zusätzlicher Anreiz bei der Heizungsmodernisierung. Für ihn überwiegen ohnehin die langfristigen Vorteile: geringere Energiekosten, die Möglichkeit, selbst erzeugten PV-Strom zu nutzen, und die Gewissheit, auf eine zukunftssichere, klimaschonende Technik gesetzt zu haben.
Die Entscheidung war für Familie Hehlke von Anfang an eine Frage der Überzeugung, geprägt von ihrer Schweden-Affinität, wo energieeffizientes Bauen – und insbesondere die Wärmepumpe – seit Jahrzehnten selbstverständlich sind. Das Fazit nach 25 Jahren Wärmepumpe: „Wir haben eine für die 2000er-Jahre ungewöhnliche Entscheidung getroffen – und die war genau richtig.“
