Baudenkmal wird Kraftwerk

Erfahrungsbericht
Das „habitat“, nahe Düsseldorf im Meerbuscher Ortsteil Langst-Kierst gelegen, steht exemplarisch für den Umgang mit denkmalgeschützter Bausubstanz im Kontext der Energiewende. Es zeigt, dass sich beide sinnvoll aufeinander abstimmen lassen.

Energietechnik im Bestand – Denkmal- und Klimaschutz im Einklang
Planungssicherheit von Anfang an: Heizlastberechnung und hydraulischer Abgleich
Eine Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 ist die Grundlage zur Auswahl der Wärmepumpe und der Heizflächen. Sie definiert die Leistung, die erforderlich ist, um die Wärmeverluste des Gebäudes am kältesten Tag des Jahres, dem Auslegungspunkt, zuverlässig auszugleichen.
Für Eigentümerinnen und Eigentümer bedeutet das vor allem Effizienz und Komfort: Die Wärmepumpe wird weder zu groß noch zu klein dimensioniert. Das vermeidet unnötige Investitionen, sorgt für einen effizienten Betrieb und stellt sicher, dass der gewünschte Komfort dauerhaft erreicht wird.
Berücksichtigt werden dabei insbesondere folgende Faktoren:
- Transmissionswärmeverluste über Wände, Dach, Boden und Fenster,
- Lüftungswärmeverluste durch natürlichen oder mechanischen Luftaustausch,
- gegebenenfalls zusätzliche Aufheizleistungen.
Gerade im Bestand ist Genauigkeit entscheidend. Unterschiedliche Bauteile, gewachsene Strukturen und individuelle Geometrien machen eine präzise Analyse unverzichtbar. Gleichzeitig bildet sie die Grundlage für die Förderfähigkeit und eine langfristig wirtschaftliche Umsetzung.

Die richtige Entscheidung für den Bestand: WPL-A 13.2 Plus HK 400 – außen aufgestellt
Auf Basis dieser Daten fiel die Wahl auf die Luft-Wasser-Wärmepumpe WPL-A 13.2 Plus HK 400. Sie sorgt für einen gleichmäßigen Betrieb und dauerhaft niedrige Energiekosten. Gleichzeitig minimiert die Monoblock-Bauweise Eingriffe in die Bausubstanz, da der Kältekreis vollständig außerhalb des Gebäudes liegt. Gerade bei einem Haus ohne Keller und mit begrenztem Technikraum ist das ein entscheidender Vorteil. Der Installationsaufwand wird reduziert und das Gebäude bleibt weitgehend unangetastet. Leise im Betrieb – unauffällig im Alltag: Die Außeneinheit wurde hinter dem Haus so positioniert, dass sie sich harmonisch in die Umgebung einfügt. Durch ihre konstruktive Ausführung arbeitet sie besonders leise, was in einer dicht bebauten Umgebung von Vorteil ist. Für die Bewohner bedeutet das eine kontinuierliche Wärmeversorgung ohne wahrnehmbare Geräuschbelastung.
Das „habitat“ ist geprägt von klaren Linien, großen Fensterflächen und einer engen Verbindung von Gebäude und Gartenlandschaft. Für einen solchen Komplex ist ein stabiles Raumklima ohne spürbare Temperaturschwankungen und ohne überdimensionierte Technik entscheidend. Genau darauf ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe WPL-A 13.2 Plus HK 400 ausgelegt. Sie versorgt die vorhandene Fußbodenheizung zuverlässig und ermöglicht zugleich eine sanfte Kühlung über die Flächen. So entsteht ein gleichmäßiges Temperaturniveau, das den Wohnkomfort erhöht und die offene Architektur des Gebäudes unterstützt.
Mit der Energieeffizienzklasse A+++ und dem natürlichen Kältemittel R290 arbeitet die Wärmepumpe besonders effizient. Der Stromverbrauch bleibt im Verhältnis zur erzeugten Wärme gering, wodurch sich neben den Betriebskosten auch die Umweltbelastung minimiert. Die Wärmepumpe kann sowohl Fußbodenheizungen als auch klassische Heizkörper versorgen und lässt sich somit an unterschiedliche bauliche Gegebenheiten anpassen.

Innen kompakt gedacht: Integralspeicher HSBC 300 cool – maßgeschneiderte Lösung für minimalen Technikraum
Aufgrund der architektonischen Logik des Gebäudes ist der Hausanschluss- und Technikraum im „habitat“ bewusst klein dimensioniert. Für diese Situation ist der Integralspeicher HSBC 300 cool optimal ausgelegt. Das Gerät kombiniert einen Trinkwarmwasser- und einen Pufferspeicher in einem Gehäuse und nutzt den vorhandenen Platz dadurch besonders effizient. Die kompakte Bauweise erleichtert zudem die Installation sowie Wartungen: Dank getrennt transportierbarer Speichereinheiten und integrierter Griffschalen sind eine gute Transportfähigkeit und Einbringung auch bei beengten Platzverhältnissen gewährleistet.
Der integrierte Pufferspeicher sorgt dafür, dass Wärmepumpe und Heizkreis unabhängig voneinander arbeiten. Diese hydraulische Trennung unterstützt einen stabilen Anlagenbetrieb. Gleichzeitig bleibt die technische Komplexität im Hintergrund. Die wichtigen Funktionen sind bereits integriert, was die Installation vereinfacht und die Anfälligkeit für Störungen mindert.
So stellt der HSBC 300 cool eine Lösung dar, die im Alltag verlässlich arbeitet und sich unauffällig in das Gebäude einfügt. Diese lässt sich bei Bedarf noch erweitern, etwa um einen zusätzlichen Heizkreis. Das sorgt im „habitat“ für mehr Flexibilität und langfristige Planungssicherheit und garantiert reichlich Trinkwarmwasser.

Photovoltaik und Wärmepumpe – eine konsequente Verbindung
Die Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 25 kWp ist die energetische Basis des „habitat“. Ihre 56 Module sind so in die Dachfläche integriert, dass sie sich mit angepasster Neigung und zurückhaltender Gestaltung in das Erscheinungsbild des Gebäudes einfügen, ohne die denkmalgeschützte Architektur optisch zu beeinträchtigen. Der erzeugte Strom wird im Gebäude vorrangig eingesetzt: insbesondere für Heizung, Warmwasser und Kühlung. In Kombination mit der Wärmepumpe entsteht ein Zusammenspiel, das Energie direkt vor Ort bereitstellt und den Bedarf an externem Strom reduziert. Das erhöht den Eigenverbrauch und verbessert die Wirtschaftlichkeit des Gesamtsystems.
Grundlage dafür ist eine durchdachte, aufeinander abgestimmte Technik, die erneuerbare Energie effizient und zukunftssicher nutzt und so gleichzeitig die CO2-Emissionen reduziert.
Damit dieses Zusammenspiel reibungslos funktioniert, übernimmt ein Energiemanager von Hager die zentrale Steuerung. Er koordiniert die wichtigsten Komponenten im Haus – von der Photovoltaikanlage über die Wärmepumpe, den Batteriespeicher und die Haushaltsverbraucher bis hin zur Ladeinfrastruktur. Er regelt, wann Strom direkt genutzt, gespeichert oder ins Netz eingespeist wird.
Dieses geschlossene, intelligente Energiesystem sorgt für einen gleichmäßigen Betrieb und eine hohe Effizienz. Der selbst erzeugte Strom wird gezielt eingesetzt, sodass weniger Energie aus dem Netz bezogen werden muss: So entsteht auch bei anspruchsvollen baulichen Gegebenheiten ein Konzept, das im Alltag bzw. Betrieb stabil funktioniert und Energie sinnvoll verteilt.
Architektur, Technik und Haltung im Einklang
Entscheidend ist das Zusammenspiel aus präziser Planung, passender Systemtechnik und einer Integration, die sich konsequent am Gebäude orientiert. Die eingesetzten Komponenten minimieren Eingriffe in die Substanz, arbeiten leise im Betrieb und nutzen die bestehenden Strukturen sowie erneuerbaren Energien vor Ort effizient. Während die Technik im Alltag kaum in Erscheinung tritt, gewährleistet sie einen hohen Grad an Unabhängigkeit vom Energiemarkt. Die Umsetzung erfolgte durch die STAMOS GmbH, die das Projekt über alle Phasen hinweg begleitete und als verbindendes Element zwischen Planung und Ausführung wirkte. Trotz der anspruchsvollen Rahmenbedingungen – dem sehr kompakten Technikraum, der Distanz zwischen den Systemkomponenten und der entsprechend notwendigen Leitungsführung sowie der Abstimmung mit dem Verteilnetzbetreiber zur Berücksichtigung aktueller technischer Anschlussbedingungen – ist so eine gelungene Kombination aus zurückhaltender Gestaltung und durchdachter, leistungsfähiger Technik entstanden.
In Verbindung mit der modernen Wärmepumpentechnologie von STIEBEL ELTRON ergibt sich daraus ein Gesamtbild, das den Charakter des Baudenkmal-Ensembles bewahrt und es gleichzeitig zukunftsfähig und wirtschaftlich attraktiv macht.
