Merkator-Carré in Grevenbroich mit mustergültiger Haustechnik

Vogelperspektive auf das Merkator-Carré in Grevenbroich

Das Bauprojekt

„Wir sind uns unserer sozialen und gesellschaftlichen Verantwortung natürlich bewusst und versuchen immer, dieser bei unseren Bauprojekten gerecht zu werden – so auch hier beim Merkator-Carré in Grevenbroich.“ Das Zitat stammt von Prof. Dr.-Ing. Jürgen Erbach, der gemeinsam mir seinem Mann Kristof Erbach das Immobilienunternehmen IPEM führt. Die IPEM Unternehmensgruppe versteht sich nicht nur als Partner für Grundstücks- und Immobilieneigentümer, Projektentwickler und Bauträger, Makler, Architekten und Fachplaner, Generalunternehmer und Banken, sondern tritt auch als Bauherr und Betreiber selbst auf – so wie beim Merkator-Carré in Grevenbroich. Hier wurden insgesamt 100 Wohnungen in sieben Mehrfamilienhaus-Neubauten realisiert – mit Verantwortung: ansprechende Architektur und modernste Haustechnik mit Wärmepumpen und Wohnungsstationen sind das eine, hochwertiger und bezahlbarer Wohnraum das andere.
Bauherren Jürgen und Kristof Erbach
„Es war uns sehr wichtig, dass wir hier auch Sozialwohnungen anbieten können“, so Jürgen Erbach. Von den insgesamt 100 Wohnungen sind 58 vom Staat gefördert worden, die Mieten also entsprechend niedriger, und 42 frei finanziert. Die Unterschiede in Qualität, Gestaltung und Ausstattung der Wohnungen sollten dabei so gering wie möglich sein, so der Anspruch der Bauherren. „Tatsächlich ist der einzige nennenswerte Unterschied, dass die Rollläden bei den frei finanzierten Wohnungen elektrisch betrieben sind, während sie in den geförderten Einheiten von Hand bedient werden müssen – ich denke, das lässt sich verschmerzen“, schmunzelt Jürgen Erbach.  

Die verwendete Technik

Wärmepumpen auf dem Flachdach des Merkator-Carres

Wärmepumpen und Wohnungsstationen

Die Heizungs-Haustechnik, komplett aus dem Hause STIEBEL ELTRON, ist in allen Einheiten identisch – und natürlich nachhaltig: Auf den Dächern der Gebäude stehen insgesamt sechs Luft-Wasser-Wärmepumpen-Kaskaden. Jede dieser Kaskaden versorgt jeweils einen Heizungs-Pufferspeicher in einem Technikraum mit Wärme. Von hier aus werden über ein Zweileiter-System Wohnungsstationen in den einzelnen Wohnungen bedient, in denen wiederum die Wärme für das Heizverteilsystem – die Fußbodenheizung - und für die Trinkwarmwasserbereitung genutzt wird. Dabei werden relativ niedrige Vorlauftemperaturen von maximal 45 Grad Celsius gefahren, was die Effizienz des Gesamtsystems steigert. „Mit dieser Vorlauftemperatur sind Warmwassertemperaturen von etwa 42 Grad Celsius in den Wohnungen erreichbar, was für die meisten Anwendungen wie Duschen, Zähneputzen oder Händewaschen völlig ausreicht“, erklärt STIEBEL ELTRON-Fachmann Udo Steinberg. „Werden höhere Temperaturen benötigt, wird ein Teil des Warmwassers durch einen in der Wohnungsstation integrierten Durchlauferhitzer geführt und dort entsprechend erwärmt – so sind Warmwassertemperaturen an der Zapfstelle von bis zu 60 Grad Celsius möglich. Der Nutzer merkt davon nichts: Er stellt einfach seine jeweilige Wunschtemperatur über eine Fernbedienung ein, den Rest übernimmt das System.“

Zweistufige Warmwasserbereitung

Diese im Bedarfsfall zweistufige Art der Warmwasserbereitung in der Wohnungsstation in jeder Einheit biete mehrere Vorteile gegenüber einer alleinigen zentralen oder auch einer alleinigen dezentralen Lösung, so Udo Steinberg weiter: „Würde das Wasser zentral erwärmt und vorgehalten, müssten deutlich höhere Temperaturen vom Heizsystem ganzjährig bereitgestellt werden, was die Effizienz negativ beeinflusst. Darüber hinaus müssten ein zusätzlicher Trinkwarmwasserspeicher und ein Vier-Leiter-System installiert werden – also nicht nur Heizungsvor- und -rücklauf wie hier beim Zwei-Leiter-System, sondern zusätzlich auch Vor- und Rücklauf für die Warmwasserversorgung. Und schließlich müssten dann auch alle Maßnahmen bezüglich der Trinkwasserhygiene aus der Trinkwasserverordnung berücksichtigt werden – unter anderem die regelmäßige Beprobung des Systems.“ Dadurch, dass die Warmwasserbereitung bei der hier gewählten Lösung dezentral in der Wohnung und nur in dem Moment erfolgt, wenn Bedarf besteht, also kein Trinkwarmwasser ständig vorgehalten wird, sind Maßnahmen zur Dokumentation der Trinkwarmwasserqualität nicht erforderlich. „Alternativ hätte man die Warmwasserbereitung auch nur über Durchlauferhitzer realisieren können. Da das Warmwasser über einen Wärmetauscher in diesem Projekt aber durch den Heizungsvorlauf bis auf rund 42 Grad Celsius und nur im Bedarfsfall mithilfe des Durchlauferhitzers weiter erwärmt wird, profitieren die Nutzer von der effizient und umweltfreundlich von der Wärmepumpenanlage erzeugten Wärme“, erklärt der Experte weiter. „Außerdem benötigt der Durchlauferhitzer bei dieser Lösung eine deutlich geringere elektrische Anschlussleistung als bei der rein elektrischen Variante, was bei Geschosswohnungsbauten mit entsprechender Anzahl Wohnungen und damit auch Geräten durchaus ein ausschlaggebendes Kriterium sein kann.“

Kaskadenlösungen mit Vorteilen

Drei Kaskaden mit je zwei, zwei weitere Kaskaden mit je vier Wärmepumpen wurden auf den Dächern errichtet. „Je nach Höhe des Wärmebedarfs, den die von einer Kaskade versorgten Wohnungen haben, kommen WPL-20- oder WPL-25-Maschinen aus unserem Haus zum Einsatz“, so STIEBEL ELTRON-Vertreter Udo Steinberg. Der Fachmann ist überzeugt, dass Kaskadenanlagen – also die Verwendung mehrerer Wärmepumpen zusammengeschaltet zu einem System statt einer großen Maschine – viele Vorteile bieten: „Zunächst mal lassen sich Kaskadenanlagen deutlich feiner regeln. Die Geräte verfügen heute über eine Inverterregelung, sie können also bis zu einer gewissen Grenze heruntergeregelt werden, wenn – wie zum Großteil im Jahr - nicht die volle Leistung abgefragt wird. Die erste Maschine einer Kaskade kann also beispielsweise mit 30 Prozent Leistung starten und dann, je nach Bedarf, auf 60 oder 70 Prozent hochfahren. Wird mehr Wärme benötigt, schaltet sich das zweite Gerät zu – beide Maschinen laufen dann erneut mit 30 oder 40 Prozent Leistung und drehen nur höher, wenn noch mehr Wärme abgefragt wird. Rechnerisch kann eine Zweier-Kaskade also von 15 bis 100 Prozent modulieren, bei größeren Kaskaden sogar noch breiter – was die Effizienz gegenüber einer der Gesamtleistung entsprechend großen Einzelmaschine, die zum Beispiel nur von 30 bis 100 Prozent modulieren kann, erhöht.“ Auch im Falle von Wartungsarbeiten oder bei Störungen sieht der Fachmann eine Kaskade im Vorteil: „Ist ein Gerät gerade nicht einsatzbereit, kann die zweite Maschine – oder bei einer Vierer-Kaskade können die drei weiteren Geräte – weiterlaufen und mindestens einen Grundbedarf bedienen. Das erhöht die Betriebssicherheit und den Nutzerkomfort.“

Digitale Vernetzung

Jedes der im Merkator-Carré eingebauten Wärmepumpensysteme ist mit einem Internet Service Gateway, kurz ISG, ausgestattet – und damit mit dem Internet verbunden. Das bietet eine komfortable Möglichkeit, Betriebszustände abzurufen und Anlagenoptimierungen aus der Ferne vorzunehmen. Auch können über die Onlinefunktionen frühzeitig Fehler erkannt und behoben oder, wenn erforderlich, der Kundendienst eingesteuert werden. 

Geschosswohnungs-Neubau mit Verantwortung

Seitliche Ansicht eines Gebäudes im Merkator-Carré

Nachhaltigkeit wird zurecht erwartet

„Mieter haben heute die Erwartungshaltung, dass Neubauprojekte energetisch nachhaltig sind und einen hohen Energiestandard haben – und das ist auch richtig so angesichts des klimatischen Wandels, den wir alle mit Wetterextremen wie Starkregen oder Dürreperioden merken. Die Gebäude entsprechen dem KfW-55-Standard und es war gar keine Frage, dass wir auf Wärmepumpen setzen, das war von Anfang an klar, so Jürgen Erbach.

Für Udo Steinberg steht fest: „Man kann hier beim Merkator-Carré absolut von einer mustergültigen Heizungs-Haustechnik sprechen. Wärmepumpen auf dem Dach, die erneuerbare Energie für Heizung und Warmwasserbereitung nutzen, kombiniert mit STIEBEL ELTRON-Wohnungsstationen, die über ein Zwei-Leiter-System versorgt werden und auf Wunsch höhere Warmwassertemperaturen über den integrierten Durchlauferhitzer ermöglichen – eine bessere und effizientere Lösung ist kaum möglich.“

Die Bauherren stehen mit ihren Hunden auf einem gepflasterten Fußweg

„Toleranz untereinander üben“

Neben der Bereitstellung von nachhaltigem bezahlbarem Wohnraum war es Jürgen und Kristof Erbach auch wichtig, dass Menschen mit unterschiedlicher Herkunft, unterschiedlicher Ausrichtung und aus unterschiedlichen Lebenssituationen im Merkator-Carré ein Zuhause finden. Deswegen gibt es für ein derartiges Projekt auch ungewöhnlich viele verschiedene Wohnungsgrößen und -zuschnitte – von der klassischen Drei-Zimmer-Wohnung mit rund 60 Quadratmetern für den Single oder das Paar bis hin zur großzügigen Fünf-Zimmer-Wohnung mit bis zu 120 Quadratmetern für die Familie. Außerdem wurde ein attraktiver Außenbereich mit Verweil- und Begegnungsorten und einem Kinderspielplatz geschaffen. „Wir wünschen uns, dass alle zusammen hier im Quartier einem Prinzip folgen: Toleranz untereinander zu üben“, so Jürgen Erbach, und weiter: „Auch dazu gibt es ein ganz interessantes Detail: Aus der gemeinsamen Tiefgarage heraus gibt es sieben Eingänge in die Gebäude – diese Eingänge sind in den Regenbogenfarben gestaltet.“

Zahlen, Daten und Fakten

Objekt:

  • Baujahr: 2024 (Fertigstellung)
  • Sieben Mehrfamilienhäuser (KfW-55-Standard)
  • 100 Wohneinheiten (58 gefördert, 42 frei finanziert), Wohnungsgrößen von ca. 60 m² bis 120 m²
  • Aufstellung der Wärmepumpen-Kaskaden auf den Dächern

Ort:

  • D-41515 Grevenbroich 

Installierte Geräte:

  • Luft-Wasser-Wärmepumpen WPL 20 und WPL 25 (in Kaskaden geschaltet) 
  • Heizungs-Pufferspeicher
  • Wohnungsstationen mit integriertem Durchlauferhitzer (2-Leiter-System)
  • Internet Service Gateway (ISG Connect) 

Realisierung:

  • IPEM Unternehmergruppe
Grafik eines Notebooks mit einer stilisierten Abbildung des STIEBEL ELTRON Wärmepumpen-Navigators. Im Vordergrund ist im gleichen Stil eine illustrierte Wärmepumpe abgebildet.

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