Menschen wollen mehr Power für den Klimaschutz

Stiebel Eltron-Energie-Trendmonitor 2021

Die Bereitschaft der deutschen Bevölkerung, klimafreundlich zu handeln, ist hoch. Die Erwartungen an die Politik auch. Das bestätigt der „Energie-Trendmonitor 2021“ – eine Umfrage, die Stiebel Eltron jährlich durchführt. Dabei nehmen die Menschen auch rigorose Verbote in Kauf. Denn die Zeit wird knapp.

Die Sorge ist erdrückend: Ein Großteil der deutschen Bevölkerung hat inzwischen ganz konkrete Auswirkungen des Klimawandels vor Augen. Das bestätigt der aktuelle „Energie-Trendmonitor 2021“ von Stiebel Eltron. 83 Prozent der Befragten befürchten, dass der deutsche Wald vertrocknet und stirbt, wenn wir den Klimawandel nicht aufhalten. Dicht gefolgt von einem Rückgang der Artenvielfalt oder zunehmenden Wetter-Extremen. Wegschauen ist keine Option mehr.

Fast alle wollen Solarstrom

Dabei geht es nicht nur um das eigene Dasein. Vielmehr steht die Erhaltung der Lebensgrundlagen kommender Generationen auf dem Spiel. Dieser Verantwortung sind sich mehr als 80 Prozent bewusst. Erneuerbare Energien spielen nach wie vor eine zentrale Rolle beim Klimaschutz. So halten fast 90 Prozent der Befragten die Nutzung von Solarstrom für wichtig. Mehr als 80 Prozent sehen die Senkung der CO2-Emissionen als zentrales Ziel an. So verwundert es nicht, dass knapp zwei Drittel der Befragten die CO2-Abgabe für wichtig halten. Nicht nur, dass es sie gibt, sondern auch die Höhe der Abgabe wird für gut befunden. Dass diese zur Strompreissenkung eingesetzt wird, befürworten nahezu 80 Prozent der Befragten. 

Mehr Tempo bitte!

Die Umsetzung der Klimaschutz-Maßnahmen geht den Menschen noch nicht weit genug. In puncto Strompreissenkung sind beispielsweise nur 33 Prozent der Befragten mit dem Status Quo rundum zufrieden. Der Fortschritt beim Einsatz CO2-freier Heizsysteme, wie beispielsweise Wärmepumpen, bekommt mit etwas mehr als 20 Prozent noch weniger Zustimmung.

Dass es so nicht weiter gehen kann – darin sind sich die Befragten einig. Sie setzen mehrheitlich auf Druck seitens der Politik. So ist knapp die Hälfte dafür, dass neue PKWs mit Verbrennungsmotoren schlicht verboten werden. 80 Prozent wünschen sich, dass Wärmepumpen in kommunalen Neubauten nicht nur empfohlen, sondern vorgeschrieben werden. Öl- und Gasheizungen solle man grundsätzlich verbieten. 

Der Wille ist da, es fehlt noch an Wissen

Es bleibt nicht beim Fingerzeig auf die Politik: Vielmehr ist die Bereitschaft, selbst klimafreundlich zu handeln, in großen Teilen der Bevölkerung vorhanden. 74 Prozent der Befragten sind bereit, ihr Leben umzustellen, um einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. 

Mit der Bereitschaft allein sei es nicht getan, weiß Henning Schultz, Pressesprecher bei Stiebel Eltron. Es bräuchte vor allem ein hohes Maß an Aufklärung. Nähme man beispielsweise die Wärmepumpe, so falle auf, dass diese zwar als Garant für ökologisches Heizen auf dem Radar und ihr Einsatz explizit gewünscht sei, doch das Know-how darüber sei noch nicht überall vorhanden. „Nur die Hälfte der Befragten weiß beispielsweise, dass beim Einsatz einer Wärmepumpe vor Ort keine CO2-Emissionen verursacht werden“, zitiert Schulz den Trendmonitor. Zwei Dritteln sei zudem nicht bewusst, dass beim Tausch einer Ölheizung gegen eine Wärmepumpe der Staat satte 45 Prozent der Kosten übernimmt. 

Diese Wissenslücke ist umso gravierender als staatliche Förderprogramme für mehr als 80 Prozent der Befragten entscheidend für die Heizungswahl sind. Fast gleichauf mit dem Fachhandwerker Sanitär und Heizung, der damit eine wichtige Beratungsfunktion innehat. 

Klimaschutz ist Erfolgsfaktor

Die Stiebel-Eltron-Umfrage zeigt, dass ökologisches Engagement nicht nur zwingend notwendig, sondern für Deutschland auch wirtschaftlich sinnvoll ist. War Umweltschutz noch vor einiger Zeit ein Klotz am Bein der deutschen Wirtschaft, so traut man ihm jetzt zu, einen wesentlichen Beitrag zum Unternehmenserfolg zu leisten. Drei Viertel aller Befragten ist überzeugt, dass eine erfolgreiche Energiewende nicht nur Arbeitsplätze auf dem Heimatmarkt schafft, sondern der Made-in-Germany-Technologie zu internationalem Erfolg verhelfen wird.