„EEG verhindert Innovationen“

dena-Geschäftsführer Andreas Kuhlmann besucht Stiebel Eltron

Andreas Kuhlmann, Geschäftsführer der Deutschen Energie-Agentur (dena), zeigte sich bei seinem Besuch bei Stiebel Eltron beeindruckt vom neuen Schulungs- und Kommunikationszentrum, dem Energy Campus: „Man fühlt sich sofort wohl in diesem Gebäude. Es ist wichtig, solche Leuchttürme zu haben, die zeigen, dass man energetisch und nachhaltig bauen kann, dass es funktioniert.“ Der Vorsitzende der Geschäftsführung Rudolf Sonnemann sowie die beiden Geschäftsführer Dr. Nicholas Matten und Dr. Kai Schiefelbein begrüßten den Energieexperten in Holzminden.

Dena-Geschäftsführer Andreas Kuhlmann (2. von rechts) mit der Geschäftsführung von Stiebel Eltron im Energy Campus (von links) Dr. Nicholas Matten, Rudolf Sonnemann und Dr. Kai Schiefelbein

Neben einer Besichtigung des Energy Campus stand der Austausch über die aktuellen energiepolitischen Themen im Vordergrund. Dabei zeigte sich, dass man in vielen Dingen ähnlicher Meinung ist – wie beispielsweise beim Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG): „Das EEG hat sich von einem Innovationsförderungsgesetz zu einem Innovationsverhinderungsgesetz gewandelt“, meinte Andreas Kuhlmann. Dr. Kai Schiefelbein wies darauf hin, dass angesichts der Energiepreisentwicklung in den vergangenen Jahren immer noch „mehr Ölheizungen als Wärmepumpen in Deutschland installiert wurden. Bezogen auf den Wärmesektor  hat sich das EEG als bestes Öl- und Gasbrennerförderprogramm erwiesen, das man sich denken konnte.“ Und Dr. Nicholas Matten ergänzte: „Die, die eigentlich einen Bonus haben müssten, weil sie Systeme nutzen, die ein Höchstmaß an erneuerbaren Energien einkoppeln – Wärmepumpennutzer zum Beispiel – müssen mit der EEG-Umlage beim Strompreis dagegen sogar einen Malus hinnehmen. Die Regierung versäumt es seit Jahren, zu handeln und die EEG-Umlage gerecht auf alle Energiearten, also auch auf Öl und Gas, zu verteilen.“

Konträr diskutierten die Gesprächsteilnehmer die zeitliche Perspektive des  Themas „Elektrifizierung“. Kuhlmann erklärte, er bezweifele, dass in Deutschland bis 2050 eine rein elektrische Gesellschaft möglich wäre. Die Stiebel-Eltron-Vertreter sehen das anders: „Es müssen so schnell wie möglich alle Anstrengungen unternommen werden, um weiterhin die Chance zu haben, dieses Ziel zu erreichen“, so Rudolf Sonnemann.

Andreas Kuhlmann wies außerdem auf die dena-Expertendatenbank hin –  sie vereinfacht Hauseigentümern und Bauherren eine bundesweite Suche nach besonders qualifizierten Fachleuten für energieeffizientes Bauen und Sanieren, den sogenannten Effizienzhaus-Experten. Die Wichtigkeit von qualifizierten Baubeteiligten könne gar nicht hoch genug eingeschätzt werden, stimmte Rudolf Sonnemann zu: „Nicht zuletzt erfüllt der Energy Campus als Schulungszentrum ja genau diesen Zweck: Fortbildungen und Seminare auf höchstem Niveau anbieten zu können, um Fachhandwerker, Architekten und Planer zu Experten für erneuerbare Energien in der Haustechnik zu machen.“