Energie sparen durch Abwärme-Recycling

Für den Außenstehenden hat diese bunte Ansammlung von Einfamilienhäusern nichts Besonderes. Doch wer ein wenig recherchiert, erfährt bald, dass die stolzen 32 Besitzer der Einfamilienhäuser eine ganz besondere Energiequelle nutzen: Abwasser. Möglich wird dies durch das wenige hundert Meter weit entfernt liegende Klärwerk. Abwasser als Ressource einzusetzen, diese Idee entstand in der Schweiz bereits vor über 15 Jahren. Es verfügt über ein hohes Energiepotenzial und lässt sich verhältnismäßig einfach und umweltfreundlich nutzen. Angesichts der aktuellen Klimadiskussion eine Technik, die aktueller ist denn je.

STIEBEL ELTRON Technik im Einsatz: Beispiel Einfamilienhäuser in Muri

Das Bauvorhaben

In Muri entstand mit staatlicher Förderung eine der ersten Wärmepumpenanlagen für diese Form der Energienutzung. In Kaskadenschaltung wird hier aus dem gereinigten Abwasser der Kläranlage Heizenergie gewonnen. Ein Plattenwärmetauscher entzieht die Wärme und führt sie über einen geschlossenen Kreislauf den Wärmepumpen zu. Je nach Außentemperatur wird dort das Wasser auf 30 bis 45 °C erhitzt. Pufferspeicher halten es so lange auf Temperatur, bis es in isolierten Leitungen direkt in die Gebäude strömt.

Einfamilienhäuser in Muri mit Wärmepumpen

Für Notfälle steht auch eine zentrale Ölheizung bereit. Doch in den milden Wintern der letzten Jahre kam sie nie zum Einsatz. Für die Hausbesitzer war diese innovative Technik ein Geschenk. Sie haben nicht nur die Gewissheit, über eine fortschrittliche und umweltfreundliche Heizenergie zu verfügen. Sie profitieren auch noch anderweitig davon. So war der Anschluss bereits in den Erschließungskosten enthalten.

Wärmepumpe WPW M im Einsatz

Die verwendete Technik: Wärmepumpen WPW M

Die hocheffizienten Wärmepumpen WPW M können zur Wärmeerzeugung Wasser aus tiefen Erdschichten ebenso nutzen wie die in diesem Objekt realisierte Lösung der Wärmenutzung aus gereinigtem Abwasser. Durch den kombinierten Einsatz im Set lassen sich Energiemengen bis zu 140 kW Heizleistung erzeugen. Die integrierte Steuerung der einzelnen Module wird so abgestimmt, dass sich die Geräte zusammen wie ein einziges Heizgerät verhalten. Es sind immer nur so viele Geräte in Betrieb, wie gerade benötigt werden.