Energieeffizient das Haus sanieren

Wie kann aus einem alten 1920er-Jahre Bau ein energieeffizientes KfW-55-Effizienzhaus werden?

Ist renovieren gleich modernisieren? Und welche Wärmepumpen-Technik wird für ein solches Projekt benötigt? Torben Schmidt von der Firma Baltica-Massiv-Haus hat’s ausprobiert. Ein Blick auf die Baustelle beim Projekt Haus sanieren.

08/15-Projekte liegen Torben Schmidt nicht. „Man muss Dinge auch mal ausprobieren, mit eigenen Händen anpacken“, ist das Credo des Bauingenieurs von Baltica-Massiv-Haus. Zusammen mit Thomas Schmidt von STIEBEL ELTRON tüftelt er daran, sein Haus zu sanieren, das in Lübeck steht – Baujahr 1920.

Angeregt unterhalten sich die beiden Männer über die geplante Technik im Haus. Zahlen, Ideen, Visionen – wie geht’s noch effizienter? Fachsimpeln auf Augenhöhe. Das Ziel: Energieeffizienz vom Keller bis zum Giebel beim Haus sanieren – mit STIEBEL ELTRON. Die Mühe hat sich gelohnt: Das Einfamilienhaus trägt nun die Auszeichnung KfW-55-Effizienzhaus. Dass das Schmuckstück ein stolzes Alter von 96 Jahren auf dem Buckel hat, ist ihm nicht mehr anzusehen. Wie geht so etwas?

Sanieren hin zu mehr Effizienz dank Wärmepumpe und Photovoltaik

Dass ein Gebäude den energetischen Standard eines KfW-Effizienzhauses aufweist und damit die Voraussetzungen für eine KfW-Förderung erfüllt, wird durch verschiedene Baumaßnahmen beim Haus sanieren erreicht – aus anlagentechnischer als auch baulicher Sicht. Ein Ziel haben alle Maßnahmen gemeinsam: Energieeffizienz steht an erster Stelle, beispielsweise beim Thema Heizung und dabei kann nicht auf regenerative Energien verzichtet werden.

„Wir haben vom Haus Fassade und Putz entfernt, sodass nur noch das Mauerwerk blieb, um Außenwand und das Dach zu dämmen. Anschließend haben wir neue Fenster mit Dreifachverglasung verbaut und ganz wichtig: Regenerative Energie ist in unseren Keller und auf unser Dach gezogen“, erzählt Torben Schmidt davon, wie das Projekt Haus sanieren angegangen wurde und schaut zufrieden auf seine Photovoltaik-Module. 4500 Arbeitsstunden hat der Bauingenieur in das ehrgeizige Sanierungsprojekt gesteckt. „Ein Drittel der Zeit hat der Altbau gefressen“, erzählt der Junior-Chef von Baltica-Massiv-Haus.

„KfW 55“ steht dabei für den energetischen Standard, die die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ihren Förderprodukten zugrunde legt. Die Zahl 55 gibt dabei den jährlichen Primärenergiebedarf an, den das Haus im Verhältnis zu vergleichbaren Neubauten höchstens haben darf. Als Faustregel gilt: Je geringer der Zahlenwert, desto geringer ist auch der Primärenergiebedarf des Hauses, sprich: umso höher die Energieeffizienz der Immobilie. Wer sein Haus sanieren möchte, sollte diese Regelung kennen. Das sanierte KfW-55-Effizienzhaus in Lübeck benötigt nur 55 Prozent der Energiemenge eines vergleichbaren Neubaus gemäß aktueller EnEV. Ein tolles Ergebnis!

Sanierung: Wer dämmt, muss auch lüften

Wer dreifachverglaste Fenster in sein Haus einbaut, muss sich auch Gedanken über eine Lüftungsanlage und das dazugehörige Luftverteilsystem machen. „Früher war Luftdichtigkeit kein so großes Thema. Wer heute ein Haus sanieren oder neu bauen will, kommt um das Thema Lüftung nicht mehr herum, sonst zieht der Schimmel gleich mit ein“, weiß der Experte. Zu dicht sind die Isolierungen der Fenster, sodass kein Luftaustausch stattfinden kann, wenn nicht drei bis viermal am Tag von den Bewohnern die Fenster geöffnet werden. Berufstätige haben da keine Chance gegen den Schimmel „anzulüften“. Die Lösung: „Wir setzen auf die LWZ 304 Trend, die perfekt auf die PV-Anlage auf dem Dach abgestimmt ist“, erklärt Thomas Schmidt vom STIEBEL ELTRON, „das Kompaktgerät vereint die Funktionen Heizen, Warmwasserbereitung und Lüften – so ist automatisch immer gute Luft im Haus.“ Nicht zu vernachlässigen ist auch die Frage, welche Heizkörper man ab sofort im Haus verwendet. Die Erneuerung macht möglicherweise Sinn, wenn auch das Heizsystem ein neues ist.

Haus sanieren und von einem ganz neuen Komfort profitieren

Nicht nur wegen des KfW-Standards ist Torben Schmidt von Wärmepumpen überzeugt: „Gas und Öl machen heutzutage in deutschen Kellern keinen Sinn, die Ressourcen sind vielleicht in 40 Jahren aufgebraucht. Die Zukunft für Neubauten oder beim Haus sanieren ist für mich Strom, gewonnen aus der Kraft der Sonne“, ist der Lübecker überzeugt. Angeschlossen an das hauseigene Energiemanagementsystem, bestehend aus Sunny Home Manager von SMA und dem ISG von STIEBEL ELTRON können künftig Energieverbräuche des Hauses bequem vom Tablet beobachtet und gesteuert werden.

Doch Schmidt will mehr. Sein Traum: Ein energieautarkes Haus. „Wir haben heute die Technologie zur Verfügung, die wir vor 20 Jahren noch nicht hatten. Die Zukunftstechnologie ist schon heute da, jetzt heißt es nur noch machen.“ Sagt’s und steigt in sein Auto. Auf nach Bad Schwartau zu einem Mehrfamilienhaus, ausgerüstet mit Wärmepumpe und Solar. Die ersten Bilanzwerte der letzten Heizperiode sind da. Es ist Zeit, die Zahlen zu prüfen. Sind Bauherr und Mieter zufrieden? Hält die Rechnung Schmidts Ansprüchen stand? Was kann er beim nächsten Projekt – Haus sanieren oder neu bauen – noch besser machen? Neugier macht sich breit. Zehn Minuten Autofahrt, dann weiß Schmidt mehr…

Sind Sie neugierig auf das barrierefreie Mehrfamilienhaus in Bad Schwartau? Die ganze Geschichte und spannende Bilanzwerte gibt es hier.

 

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