Die TOP 10 der häufigsten Vorurteile gegen Wärmepumpen

… und was wirklich dahintersteckt – erklärt vom Wärmepumpen-Experten Alexander Sudermann.

TOP 1

Eine Wärmepumpe ist mir zu laut, das Summen und Brummen stört mich und meine Nachbarn.

Sudermann: "Erst einmal gibt es eine ganze Reihe an Richtlinien, die Wärmepumpen in der maximal zulässigen Lautstärke beschränken. Diese werden zunehmend kritischer und damit die Anforderungen an die Technik höher. Innovationsführer STIEBEL ELTRON betreibt ein eigenes Schalllabor, in dem die Geräte laufend getestet und optimiert werden. Geräusche macht eine Luftwärmepumpe aufgrund des Ventilators und des Verdichters. Der Schallpegel ist in etwa mit einem Kühlschrank zu vergleichen. Mit der Aktivierung eines Silent Modes bei ausgewählten Modellen lässt sich der Geräuschpegel nochmals absenken. Der Hausbesitzer kann bei der Installation einer Luftwärmepumpe zwischen innen- und außenaufgestellten Modulen wählen. Veränderungen an der Lautstärke treten nur auf, wenn Installation und Anschluss nicht gemäß der Herstellervorgabe erfolgt sind."

TOP 2

Eine Wärmepumpe ist für mich nicht interessant, die funktioniert nur im Neubau.

Sudermann: "Mittlerweile sind Wärmepumpen so leistungsfähig, dass sie bei gleichem Komfort auch in der Modernisierung eingesetzt werden können – egal ob es sich um ein Gebäude aus den 60er-, 70er- oder 80er-Jahren handelt. In den meisten Fällen lässt sich die Heizung wirtschaftlich betreiben. Eine Sanierung der Gebäudehülle erhöht die Effizienz sogar noch."

TOP 3

Die Investition in eine neue Technologie ist mir zu unsicher.

Sudermann: "Neu ist die Technik die in der Wärmepumpe steckt keineswegs. Seit mehr als 40 Jahren bauen wir erfolgreich Wärmepumpen. In den kommenden Jahren wird sich das System gegenüber Gas und Öl durchsetzen. Wärmepumpen sind robust gebaut, hochqualitativ verarbeitet und bei STIEBEL ELTRON auch Made in Germany. Einzelne Hersteller geben eine verlängerte Garantie von bis zu 5 Jahren. Eine Wärmepumpe erhöht den Wert der Immobilie und macht diese zukunftssicher. Strom ist der Energieträger der Zukunft."

TOP 4

Wärmepumpen können weder Öl noch Gas ersetzen.

Sudermann: "In Deutschland ist es ohne Probleme möglich, die Öl- oder Gasheizung gegen eine Wärmepumpe zu tauschen. Für jedes Einfamilienhaus gibt es individuelle Lösungen. Der Komfort durch eine Wärmepumpe wächst in der Regel sogar spürbar. Und die laufenden Kosten gegenüber Öl oder Gas sind im Vergleich deutlich niedriger."

TOP 5

Wenn ich eine Wärmepumpe nutzen will, brauche ich auch eine Fußbodenheizung.

Sudermann: "Wärmepumpen gibt es heute bereits in zahlreichen Leistungsgrößen, sowohl für den Neubau als auch für die Modernisierung optimiert. Die erzeugte Wassertemperatur für den Heizkreis ist entscheidend. 50 bis 55 °C für herkömmliche Radiatoren sind kein Problem. Fußbodenheizungen hingegen kommen aufgrund der größeren Oberfläche mit 30 bis 35 °C aus. Zur Beheizung des Hauses können Fußbodenheizung und Radiatoren auch kombiniert genutzt werden."

TOP 6

Eine Wärmepumpe verschwindet nicht einfach im Keller, sondern stört mich optisch am Haus.

Sudermann: "Viele Wärmepumpen wurden bereits mit Designpreisen ausgezeichnet. Ein schlichtes, gradliniges und freundliches Design passt zu den heutigen Bauformen. Wer sich dennoch an einer Wärmepumpe am Haus stört, kann ein innenaufgestelltes Modell wählen. Hierbei verschwindet das Gerät wie gewohnt im Heizungskeller."

TOP 7

Ich finde keinen Handwerker der Wärmepumpen verbaut, das ist doch ein Nischenmarkt.

Sudermann: "Im vergangenen Jahr wurden allein in Deutschland mehr als 78.000 Wärmepumpen verbaut. Daher besteht bereits ein großes Fachpartner-Netz mit erfahrenen Installateuren. Die Hersteller bieten den Handwerkern umfassende Schulungen auf ihre Produkte an. Die Fachbetriebe sind im Wandel und bauen zunehmend Know-how für Wärmepumpen auf. Bei STIEBEL ELTRON gibt es auf der Webseite sogar eine Fachpartner-Suche."

TOP 8

Wärmepumpen sind Stromfresser und teuer im Unterhalt.

Sudermann: "Wärmepumpen brauchen zur Beheizung des Hauses einen Teil an Strom für den Antrieb der Anlage und gewinnen dabei aber bis zu 5 Teile kostenloser und nachhaltiger Energie aus der Umwelt. Dieses Verhältnis zeigt, wie hocheffektiv die Technik bereits heute ist. Für einen richtig grünen Betrieb der Heizung kann der Antriebsstrom auch aus der eigenen Solaranlage kommen. Bei fachkundiger Auslegung und richtiger Einstellung der Wärmepumpe hat der Hausbesitzer keine hohen Kosten zu befürchten. Rechnet der Kunde die Wärmepumpe gegenüber Öl oder Gas, sind die laufenden Kosten im Vergleich deutlich niedriger."

TOP 9

Eine Wärmepumpe funktioniert im tiefen Winter nicht mehr.

Sudermann: "Luftwärmepumpen funktionieren bis -20 °C effektiv. Das reicht für unsere Klimazone in Deutschland aus. Sollte es in Ausnahmefällen doch kälter werden, greift ein Backup in der Maschine. Dann hilft ein Heizstab in der Wärmepumpe zusätzlich mit. Neben den Luftwärmepumpen gibt es aber noch weitere Systeme, die unabhängig von der Außentemperatur sind. Wasser- oder Sole-Wärmepumpen nutzen als Energiequelle das Erdreich oder Grundwasser. Da ist die Temperatur das ganze Jahr über nahezu konstant."

TOP 10

Eine Wärmepumpe arbeitet mit Strom, das kann nicht umweltfreundlich sein.

Sudermann: "Zum Betrieb einer Wärmepumpe wird ein kleiner Teil an Strom benötigt, dieser steht aber im niedrigen Verhältnis zur gewonnen Energie. Besonders grün wird die Anlage betrieben, wenn dazu 100 % Ökostrom verwendet wird oder eine Solaranlage am eigenen Gebäude den Strom liefert. Spezielle Schnittstellen an Wärmepumpen lassen das Gerät mit einem hausinternen Energiemanagement kommunizieren. Aber auch der herkömmliche Strom-Mix in Deutschland besteht bereits zu mehr als 30 % aus erneuerbaren Energien. Bis zu 5 Teile der nötigen Heizenergie gewinnt die Wärmepumpe aus der Umwelt, diese Teile sind kostenlos und nachhaltig."